Im Jahr 2008 gründete sich im Klinikum Region Hannover das Klinische Ethikkomitee, damals gab es sechs Mitglieder und vier Stellvertreter. Inzwischen hat das Gremium eine eigene Geschäftsordnung und zehn Mitglieder, die aus unterschiedlichen Häusern, verschiedenen Fachrichtungen und Funktionen, aber auch von außerhalb des KRH kommen. „In heutiger Zeit mit den Möglichkeiten der modernen Intensivmedizin stellt sich immer häufiger die Frage, welche Behandlungsoptionen sinnvoll erscheinen. Wenn Autonomie und Patientenwille mit medizinischen Leitlinien, den Erwartungen des Behandlungsteams und der Angehörigen kollidieren, kann die Einberufung des klinischen Ethikkomitees eine Klärung herbeiführen“, umschreibt Arman Gregor (Neurologe im Klinikum Nordstadt), der zu den Gründungsmitgliedern des Klinischen Ethikkomitees gehört, dessen Selbstverständnis und fügt hinzu: „Ethische Aspekte von medizinischer Behandlung und Therapie kommen häufig zu kurz.“
. Entlastung für einzelne, Stärkung für alle
Ethikkomitee berät und unterstützt bei ethischen Fragen.

Die Mitglieder des Ethikkomitees (v. l.): Lutz Schütze (Ausbildungsstandort Klinikum Siloah), Susanne Schulze (Seelsorge, Klinikum Nordstadt), Dr. Gunther Kaftan (Anästhesie, Klinikum Lehrte), Dr. Carsten Dette (Psychiatrie Wunstorf), Arman Gregor (Neurologie, Klinikum Nordstadt), Karin Brattig (Ambulanter Palliativ- und Hospizdienst), Elisabeth Eicke (Richterin, Amtsgericht Hannover), Rosmarie Klöppner (Intensivpflege, Klinikum Lehrte), Dorothee Rethmeyer (Palliativstation, Klinikum Siloah) und Claudia Krekel (Neurologie, Klinikum Nordstadt)
Das Klinische Ethikkomitee versteht sich als Plattform für die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen des klinischen Alltags. Dem entsprechend ist eine der Hauptaufgaben des Gremiums die Ethische Fallbesprechung. „Gibt es eine Anfrage, so wird möglichst innerhalb von 24 Stunden ein Termin vor Ort ausgemacht“, berichtet Lutz Schütze, Pflegepädagoge aus dem Klinikum Siloah. Wichtig ist den Mitgliedern des Klinischen Ethikkomitees, dass es für wirklich jeden offen ist. Alle Mitarbeitenden aus allen Kliniken des KRH, aber auch Patienten oder Angehörige haben die Möglichkeit, auf ethische Probleme aufmerksam zu machen, Anregungen zu geben oder Fragen zu stellen. Daneben entwickelt das Ethikkomitee ethische Leitlinien, berät in ethischen Grundsatzfragen und organisiert regelmäßig Fortbildungen und das sogenannte „Ethik-Café“, eine Diskussionsrunde für ethisch Interessierte.
Für die nächste Fortbildung am 25. November 2010, um 18 Uhr, konnte Dr. Michael de Ridder, Autor des Buches „Wie wollen wir sterben – Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin“ gewonnen werden. Er wird über das Thema „Entscheidung am Lebensende – zwischen Selbstbestimmung und ärztlicher Fürsorge“ referieren. Das Klinische Ethikkomitee ist rund um die Uhr erreichbar unter der Telefonnummer 0178 / 5431506 oder per E-Mail unter ethikkomitee(@)krh.eu. Mitarbeiter finden Informationen finden auch im Intranet unter Startseite – Übergreifende Bereiche – Ethikkomitee. Selbstverständlich können die Mitglieder auch persönlich angesprochen werden.
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Flyer Ethikkomitee PDF (1,8 MB)
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Fortbildung mit Vortrag von Dr. Michael de Ridder PDF (181,1 KB)