Wenn Medizin an Grenzen stößt und sterbenskranke Menschen nicht mehr geheilt werden können, gab es bis vor einigen Jahren kaum angemessene Hilfe. Mit einem zunehmend flächendeckenden Netz von ambulanten und stationären Angeboten der Palliativmedizin und -pflege habe sich die Versorgung für die betroffenen Patienten und ihre Angehörigen jedoch deutlich verbessert, betonte Sozialministerin Cornelia Rundt jetzt bei einer Feier zum zehnjähriges Bestehendes des Förderkreises für Palliativmedizin und -pflege im Klinikum Region Hannover e. V..
. „Palliativstation macht das Krankenhaus menschlich“
Förderkreis für Siloah-Station feiert zehnjähriges Bestehen

Festredner Cornelia Rundt und Heiner Aller
Der Förderkreis unter Vorsitz des früheren niedersächsischen Finanzministers Heiner Aller hatte ins Restaurant Finca nahe der Parkbühne am Maschsee geladen. Die mediterrane Atmosphäre des Lokals strahle Lebenslust aus, meinte Ministerin Rundt in ihrem Grußwort – und dies passe sehr gut zu den Zielen des Fördervereins. Palliativmedizin wolle schließlich das Wohlbefinden von Menschen mit unheilbaren Krankheiten soweit wie möglich fördern, vor allem durch effiziente Schmerzlinderung und psychosoziale Unterstützung.
Als erste von mittlerweile drei Palliativstationen in Hannover hat die Siloah-Station Pionierarbeit geleistet. „Ohne den Förderverein wäre die Palliativstation nicht denkbar“, meinte Heiner Aller. Der Förderverein sammelt Geld für die wohnliche Ausstattung der Station, finanziert Fortbildungen für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, Mal- und Musiktherapie und vieles mehr. Vor allem den engagierten freiwilligen Helfern – 30 von ihnen waren in der Finca dabei – galt der Dank bei der Jubiläumsfeier.
Mit der früheren Pflegedirektorin Angelika Rehlein (ehemals Hausen) sprach beim Fest auch die „Geburtshelferin“ der Station, die 1998 erste Gespräche über die 2005 gegründete Palliativstation mit acht Behandlungsplätzen führte, auf der jährlich rund 300 Patienten versorgt werden. Virtuell richtete Dr. Christian Robold, der erste Ärztliche Leiter der Station, per Videobotschaft aus seiner neuen Heimat Neuseeland Grüße aus.

„Geburtshelferin“ Angelika Rehlein (Hausen)
Die Seele der Station, Stationsleiterin Brigitte Meyer-Grube, von Beginn an dabei, blickte nach vorn und schwärmte schon ein wenig von der künftigen Palliativstation im Siloah-Neubau. Einen „Klangraum zum Träumen“ wolle man dort schaffen. Schon jetzt ist auf der Station vieles anders. Ein Wohnzimmer mit Klavier, höhenverstellbare Fernsehsessel, Küche mit Kaffeevollautomat, Balkon mit Strandkorb u.v.m.

Stationsleiter Dr. Markus Sosada und Brigitte Meyer-Grube
Wie dankbar die Patienten sind, schilderte der Ärztliche Leiter, Dr. Markus Sosada: „Wir hatten einen schwer kranken Obdachlosen, der mit zwei Plastiktüten kam und von uns seit Jahren erstmals mit frischer Kleidung ausgestattet wurde.“ Er habe „eine der schönsten Wochen“ seines Lebens auf der Station verbracht, lautete das Lob des Mannes. Für das gesamte Klinikum Siloah sei die Palliativstation von großer Bedeutung, hob der Ärztliche Direktor Prof. Thomas Moesta hervor: „Die Station macht das Krankenhaus menschlich.“