
Dr. Wolfram Seifert: Seit über vier Jahrzehnten genießt die Geburtshilfe in Gehrden einen sehr guten Ruf – weit über die Region hinaus.
Von Heidi Rabenhorst, © HAZ Gehrden 2025
Rund 1000 Geburten jährlich – mit diesen Zahlen nähert sich die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Region Hannover (KRH) Gehrden einigen Geburtskliniken in der Landeshauptstadt Hannover an. Einen bedeutenden Erfolgsfaktor sieht der Gehrdener Klinikleiter Dr. Wolfram Seifert in der seit Langem gewachsenen Tradition: „Seit über vier Jahrzehnten genießt die Geburtshilfe in Gehrden einen sehr guten Ruf - weit über die Region hinaus“, sagt der Mediziner, der die Klinik seit 2007 leitet.
Im Mittelpunkt stehe eine Betreuung, die sich konsequent an den Bedürfnissen der werdenden Mütter orientiere. „Die Frauen wünschen sich eine selbstbestimmte Geburt – und genau das unterstützen wir“, betont Seifert. Neben medizinischer Sicherheit gehe es vor allem um Vertrauen, verständliche Kommunikation und eine Begleitung auf Augenhöhe.
Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Klinik im ländlichen Raum: Nach einem Höchststand von 1335 Geburten im Jahr 1997 liegen die Werte seit Jahren stabil auf einem hohem Niveau. Im Jahr 2024 wurden 1073 Kinder geboren, 2025 waren es 949. „Ob wir die 1000 in diesem Jahr erreichen, ist noch offen“, sagt Seifert.
Zum Vergleich: Die Geburtshilfe bei Diakovere in Hannover verzeichnete im Jahr 2023 insgesamt 3621 Geburten - 1234 im Friederikenstift, 2387 im Henriettenstift. Einen Höchststand erreichte das Henriettenstift im Jahr 2024 mit 3076 Geburten. Im hannoverschen Vinzenzkrankenhaus wurden 2025 insgesamt 1346 Kinder geboren.
Der Standort Gehrden sei in der Region personell gut aufgestellt, so Seifert. Mehr als 20 Hebammen arbeiten in Gehrden, verteilt auf rund 13 Vollzeitstellen. „Dank guter Arbeitsbedingungen können wir unsere Stellen zuverlässig besetzen.“ Flexible Teilzeitmodelle sorgten zusätzlich für Zufriedenheit der Beschäftigten. Der Mediziner betont: „Wir verstehen uns als Team und begegnen uns auf Augenhöhe. Ich bin kein hierarchischer Chefarzt.“
Ergänzt wird das Team von rund einem Dutzend Ärztinnen und Ärzten, die eng mit den Hebammen zusammenarbeiten. Diese Kooperation gelte als wichtiger Baustein für die Qualität der Versorgung, sagt Seifert. Auch die Lage der Klinik sei ein Pluspunkt: Gehrden biete eine ruhige Umgebung bei gleichzeitig guter Anbindung an Hannover. Viele Familien schätzten diese Kombination aus persönlicher Atmosphäre und schneller Erreichbarkeit im Notfall. Wichtig sei dabei auch eine verständliche Kommunikation: „Wir richten unsere Gespräche immer am Gegenüber aus und erklären alle Maßnahmen nachvollziehbar.“
Da Gehrden keine eigene Kinderklinik hat, bleibe im Notfall aber die Kinderklinik Auf der Bult in Hannover der wichtigste Ansprechpartner. Die Kinderklinik in Neustadt werde in der Regel bei notwendigen Verlegungen an Werktagen hinzugezogen. Zudem bestehe eine enge Kooperation mit den Perinatalzentren der MHH sowie in Hildesheim und Hameln.
Inzwischen hat sich auch die telepädiatrische Anbindung an die Kinderklinik im KRH-Klinikum in Neustadt etabliert. Diese ermöglicht eine Videoüberwachung der Reanimationseinheit im Kreißsaal in Gehrden. Das bedeute eine wichtige Unterstützung in der Zeit bis zur Verlegung eines erkrankten Neugeborenen. Zudem sei eine kontinuierliche Überwachung auch während des Transports gewährleistet, da die Videoverbindung über das Internet bestehen bleibt, wie der Chefarzt erklärt.
Seifert meint, die stabilen Geburtenzahlen in der Gehrdener Klink „spiegeln das Vertrauen wider, das wir uns über Jahre erarbeitet haben“. Dazu habe unter anderem das persönliche Betreuungskonzept mit Rooming-in, Stillen nach Bedarf, Familienzimmer und hebammengeleiteten Geburten beigetragen.