
Dr. Karin Kobusch (Zweite v. r.), leitende Oberärztin des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, mit den Referent*innen (v. l.): Dr. Edgar Sattinger, Dr. Juliane Kaspari, Sebastian Maletzki und Jan-Michael Albrecht.
Das diesjährige „Hygiene Update“ im Klinikum Region Hannover war erneut ein voller Erfolg. Mehr als 100 Zuhörer*innen aus der Fachwelt folgten der Einladung des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des KRH Klinikum Region Hannover und nutzten die Veranstaltung, um sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Krankenhaushygiene zu informieren und auszutauschen.
Hygiene-Update verankert sich als wichtige Plattform für Wissenstransfer
Die große Resonanz und das hochkarätige Programm unterstreichen die immer zunehmendere Bedeutung des Formats als wichtige Plattform für Wissenstransfer und interdisziplinären Dialog. So nahmen neben Kliniker*innen und Hygienefachpersonal auch Mitarbeitende aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) teil. „Ich bin begeistert von der hohen Beteiligung und dem großen Interesse. Das Hygiene-Update 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der persönliche Austausch und aktuelle fachliche Impulse für unsere tägliche Arbeit sind“, sagt Dr. Karin Kobusch, leitende Oberärztin der KRH-Krankenhaushygiene, die die Veranstaltung gemeinsam mit ihrem engagierten Team organisiert hat.
5 Jahre Hygiene Update – eine starke Teamleistung
Mit großem Einsatz, fachlicher Expertise und organisatorischem Geschick ist es dem Team seit der ersten Veranstaltung vor fünf Jahren gelungen, das Format stetig weiterzuentwickeln, aktuelle Themen aufzugreifen und ein hochkarätiges Programm zu gestalten. Die positive Resonanz und das kontinuierliche Interesse an der Veranstaltung spiegeln nicht nur den Bedarf am interdisziplinären Dialog, sondern auch die herausragende Teamleistung, die hinter jedem einzelnen Hygiene Update steht, wider. Besonders zu erwähnen sind hier Dominic Münchow als Initiator der ersten Veranstaltung noch vor Corona sowie Jennifer Köhler und seit diesem Jahr auch Dennis Martens und Emre Dalsiz.
Vielfältiges und fachübergreifendes Programm
Zum Auftakt begrüßte Dr. Kobusch die Teilnehmenden und führte in das vielseitige Programm ein. Im Anschluss boten Fachvorträge spannende Einblicke in innovative Technologien und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Genauso wurde auch fachübergreifendes Wissen vermittelt und so ein Verständnis für angrenzende Disziplinen geschaffen. Hervorzuheben ist hier der Vortrag von Dr. Juliane Kaspari (Mikrobiologin vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des KRH) „Geheime Mechanismen: Wie multiresistente Bakterien Antibiotika austricksen“.
Wenn die Antibiotika allein nicht mehr wirken, ist eine zunehmend auch in Deutschland in den Fokus rückende Option die Therapie mit „maßgeschneiderten“ Bakteriophagen. Dr. Edgar Sattinger von Bioscientia, Zentrum für Hygiene in Ingelheim, nahm das Auditorium mit auf die spannende Reise zu diesem Thema und gab auch einen Ausblick auf die zu erwartende Entwicklung.
Ebenfalls auf dem Vormittagsprogramm: die UVC-Desinfektion und ihre Potenziale, vor allem als wertvolle Unterstützung der desinfizierenden Reinigung in Zeiten der Zunahme von multiresistenten, lange an Oberflächen haftenden Erregern einerseits und des Personalmangels in diesem Segment andererseits.
Besonderer Fokus auf Sepsis
Am Nachmittag lag ein besonderer Fokus auf dem Thema Sepsis: Experten zeigten den aktuellen Stand in Deutschland auf und diskutierten die wichtige Rolle der Krankenhaushygiene und der Antibiotic-Stewartship-Teams (ABS) im neuen Qualitätssicherungsverfahren. Hervorzuheben ist hier sicherlich der beeindruckende Auftritt von Dr. Hendrik Rüddel aus Jena (Oberarzt Intensivmedizin und ärztlicher Projektleiter des Deutschen Qualitätsbündnis Sepsis), der mit prägnanten Bildmetaphern deutlich die Potenziale aufzeigte, die in Krankenhäusern in Bezug auf Sepsis noch gehoben werden können und damit Anregungen für die Zuhörer*innen zum Weiterdenken schuf.
Durch den Dschungel der Vorgaben des QS-Sepsis-Verfahrens, an dem alle Krankenhäuser seit dem 1. Januar 2026 verpflichtend teilnehmen müssen, führte anschaulich Sebastian Maletzki (Hygieneexperte der Firma B. Braun).
Komplettiert wurde das Programm durch praxisnahe Ansätze wie die ambulante parenterale Antibiotikatherapie (APAT), die neue Wege in der Patientenversorgung zu Hause eröffnet.
Neben den Vorträgen boten die Pausen und die begleitende Ausstellung von den Firmen Moveomed, Publicare, Solventum, Dr. Schumacher, B. Braun und Paul Hartmann reichlich Gelegenheit zum fachlichen Austausch und Networking.
Lob von vielen Seiten
Im abschließenden Fazit zog Dr. Kobusch eine durchweg positive Bilanz: Das Hygiene-Update sei erneut „ein großartiger Aufschlag“ gewesen. Stellvertretend für viele Teilnehmer*innen brachte Martina Hennerbichler-Einfalt es auf den Punkt: „Super Organisation, super Zusammenstellung der Themen, die Vorträge hatten alle aktuelle Inhalte. Es bereitet mir große Freude, hier dabei zu sein. Ich bin beim nächsten Mal gern wieder dabei.“ Sie arbeitet als Pflegerische Leitung Fort- und Weiterbildung beim Institut für Hygiene und Umwelt bei der Hansestadt Hamburg und war eigens für das Hygiene-Update angereist.
Eine Parallele lässt sich in die Sportwelt ziehen: Nach dem Hygiene-Update ist vor dem Hygiene-Update. Dr. Kobusch: „Mit den Vorbereitungen für 2027 beginnen wir jetzt.“








