
Nachhaltiger Hingucker in Holzhybridbauweise: So soll der Neubau auf dem Gelände der KRH Psychiatrie nach der Fertigstellung aussehen (Visualisierung: sander.hofrichter architekten GmbH | Gesellschaft für Architektur und Generalplanung, Wredestraße 35, 67059 Ludwigshafen)
Hohe Kostenprognosen hatten die Pläne für den Neubau der KRH Psychiatrie GmbH in Wunstorf vorübergehend ins Stocken gebracht und den Bau kurzfristig ausgebremst. So musste die ursprüngliche Planung in Abstimmung mit der Förderbehörde überarbeitet werden. Nach intensiven Gesprächen zur Weiterentwicklung der Planungen zwischen dem KRH und der Stadt Wunstorf nimmt das Neubauprojekt nun wieder sichtbar Fahrt auf. Um Kosten zu reduzieren, wird das zur Innenstadt ausgerichtete Haus 1, das künftig Therapieangebote, Cafeteria, einen Mehrzwecksaal und weitere zentrale Funktionen bündeln soll, eingeschossig realisiert – statt bisher mit zwei Etagen. Damit sind die wesentlichen fachlichen Fragen geklärt und die Vorbereitungen für die Fortsetzung der Bauarbeiten laufen bereits an. Die offizielle Genehmigung der Planänderung durch die zuständige Bauaufsichtsbehörde im Rahmen eines Tekturverfahrens steht noch aus. Die Arbeiten auf der Baustelle werden unabhängig davon vorbereitet. Noch im September startet die Herrichtung der Baustelleneinrichtung. Die Baustraße wird derzeit hergestellt und schafft die Voraussetzungen für die nächsten Bauabschnitte.
„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) und der Stadt Wunstorf einen guten und tragfähigen Weg für die weitere Umsetzung unseres Neubauprojekts gefunden haben“, sagt Barbara Schulte, KRH Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur, und ergänzt: „Mit dem Neubau schaffen wir moderne, therapeutisch hochwertige Rahmenbedingungen für die psychiatrische Versorgung in der Region und zugleich einen Ort, der sich offen zur Stadtgesellschaft hin entwickelt. Die jüngsten Abstimmungen haben gezeigt, dass sich die unterschiedlichen Anforderungen erfolgreich miteinander verbinden lassen.“
Die Anpassung betrifft ausschließlich Haus 1, das künftig als Therapiezentrum mit öffentlicher Nutzung eine wichtige Schnittstelle zwischen Klinik und Stadt bilden wird. Die vorgesehenen Funktionen, darunter Cafeteria und Mehrzwecksaal, bleiben trotz der veränderten Gebäudehöhe vollständig erhalten. Der Neubau verfügt über sechs Stationen und insgesamt 114 Betten. Das Gesamtprojekt mit einem derzeitig prognostizierten Investitionsvolumen von rund 87,6 Millionen Euro wird in nachhaltiger Holzhybridbauweise realisiert.
„Mit dem Neubau entsteht ein zeitgemäßes Raummilieu psychiatrischer Versorgung, das sich konsequent an den Bedürfnissen unserer Patientinnen und Patienten orientiert“, erklärt Bastian Flohr, Geschäftsführender Direktor der KRH Psychiatrie. „Die neuen räumlichen Strukturen werden moderne Behandlungs- und Therapiekonzepte optimal unterstützen. Besonders freuen wir uns darauf, künftig in einer Umgebung arbeiten zu können, die therapeutische Qualität, Aufenthaltsqualität und Offenheit gleichermaßen fördert.“
In den vergangenen Monaten waren auf dem Baufeld bereits umfangreiche Vorarbeiten erfolgt. Dazu zählen Leitungs- und Kabelverlegungen sowie aufwendige Gründungsarbeiten mit rund 300 Bohrpfählen, die die Grundlage für die zukünftigen Gebäude schaffen. Ein finaler Termin für den Beginn der Rohbauarbeiten wird aktuell mit dem beauftragten Unternehmen abgestimmt. Das KRH geht jedoch davon aus, dass nach Abschluss der laufenden Vorbereitungen und Vorliegen der erforderlichen Genehmigungen zeitnah die nächsten Bauabschnitte eingeleitet werden können.
Mit dem Neubauprojekt investiert das KRH nachhaltig in die Zukunft der psychiatrischen Versorgung in Niedersachsen und setzt zugleich ein wichtiges städtebauliches Signal für den Standort Wunstorf. Die Wiederaufnahme der Bautätigkeit markiert dafür einen wichtigen Meilenstein.