Logo KRH Klinikum Region Hannover Klinikum Region Hannover
  • Unsere Standorte
  • Ihre Gesundheit
  • Das KRH
  • Karriere
  • Suche
  • Menü
Sie befinden sich hier:
  1. krh.de
  2. Das KRH
  3. Aktuelle Meldungen
  4. Welttag des Hörens 2026 rückt Prävention und moderne Hörmedizin in den Fokus Welttag des Hörens 2026 rückt Prävention und moderne Hörmedizin in den Fokus

03.03.2026 / Pressemitteilung / KRH Klinikum Nordstadt . Welttag des Hörens 2026 rückt Prävention und moderne Hörmedizin in den Fokus

Warum frühe Abklärung entscheidend ist, erklärt Prof. Dr. Dr. Welkoborsky im Interview

Prof. Dr. Dr. Welkoborsky betont beim Thema Ohrgesundheit die Wichtigkeit von Prävention und Selbstfürsorge.

Am 3. März ist der Welttag des Hörens – ein Aktionstag, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Bundesverband der Hörsysteme-Industrie ins Leben gerufen wurde, um das Bewusstsein für Hörgesundheit, Hörvorsorge und frühzeitige Diagnostik zu stärken. In Deutschland steht der Welttag in diesem Jahr unter dem Motto „Klingt nach Leben! – Das Leben mit allen Sinnen genießen, heute und in Zukunft!“, das die Bedeutung des Hörens für Lebensfreude, Kommunikation und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben betont.

„Gutes Hören begleitet uns ein Leben lang – es schafft Verbindung zu unserer Umwelt, zu anderen Menschen und ist ein entscheidender Faktor für eine hohe Lebensqualität“, erklärt Prof. Dr. Dr. Hans-Jürgen Welkoborsky, Chefarzt der Klinik für Hals, Nasen-, Ohrenheilkunde im KRH Klinikum Nordstadt. „Gerade wenn Veränderungen im Hörvermögen auftreten, lohnt sich der Weg zu einer spezialisierten HNO-Abklärung.“

Die Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am KRH Klinikum Nordstadt in Hannover nimmt diesen Tag zum Anlass, um auf die Bedeutung der Hörgesundheit aufmerksam zu machen und insbesondere für eine frühzeitige fachärztliche Diagnostik zu sensibilisieren. Gerade bei jungen Menschen sind die Folgen eines regelmäßigen Konsums z. B. zu lauter Musik oft nicht unmittelbar erkennbar. Deshalb macht Prof. Dr. Dr. Hans-Jürgen Welkoborsky im Interview darauf aufmerksam.

Herr Prof. Welkoborsky, welche häufigsten Ursachen für Hörverlust sehen Sie aktuell bei jungen Menschen?

Bei Kindern ist eine Hörminderung oft auf einen Mittelohrerguss zurückzuführen, der eine Schallübertragungsstörung verursacht. Ursache ist dann meist eine vergrößerte Rachenmandel („Polypen“) und eine Funktionsstörung der Ohrtrompete. Hier können wir mit einem kleinen operativen Eingriff oft das Hörvermögen wieder normalisieren.

Bei Jugendlichen und jungen Menschen ist eine Hörstörung in erster Linie auf eine Lärmschwerhörigkeit zurückzuführen, die weitestgehend hervorgerufen wird durch Unterhaltungselektronik oder durch den Besuch von Diskotheken oder Konzerten. Wenn man zu nah z. B. an den Lautsprecherboxen steht, kann es durchaus sein, dass Lautsprecher 120 oder 130 Dezibel abgeben. Das entspricht in etwa einem startenden Airbus, wenn Sie in 30 Meter Entfernung zu ihm stehen. D. h. das ist ein Lärmpegel, der die Ohren ganz schön schädigen kann.

Unterhaltungselektronik, gerade Kopfhörer, die die Ohren sehr stark abschirmen, oder auch Ohrstecker, die den Gehörgang komplett abschließen, sind häufige Ursache für Lärmstörungen der Ohren. Wenn Sie ein Gerät anschließen, z. B. ein Handy oder auch ein anderes Unterhaltungselektronikgerät, und das sehr stark aufdrehen, können Sie unter Umständen 100 bis 110 Dezibel auf die Ohren bekommen. In aller Regel ist es so, dass die Kopfhörer etwa zwischen 75 und 110 Dezibel abgeben.

Die Entwicklung der Hörstörung ist erstens abhängig von dem Gerät, zweitens von der Nutzungsdauer und drittens von der Lautstärke. D. h. wenn ich eine sehr hohe Lautstärke habe, kann ich einen bleibenden Hörverlust bereits bei einer sehr geringen Nutzungsdauer erzeugen. Wenn ich eine geringe Hörlautstärke habe, kann ich sehr lange Musik hören oder das Gerät nutzen, ohne dass ich eine Hörstörung bekomme.

Und die dritthäufigste Hörstörung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind angeborene Hörstörungen oder auch familiäre Hörstörungen.

Aber in erster Linie entsteht eine Hörstörung bei jungen Leuten durch die Unterhaltungselektronik und durch Freizeitaktivitäten.

Wie stark beeinflussen Kopfhörer und Dauerbeschallung das Gehör wirklich?

Je lauter der Schall, desto kürzer sollte die Nutzungsdauer sein, damit ich keine Hörstörung bekomme. Die Grenze liegt bei etwa 85 Dezibel. 85 Dezibel über acht Stunden, das entspricht etwa einem Rasenmäher, ist die Grenze der Gehörschädigung. D. h. wenn Sie Musik mit 75 Dezibel hören, können Sie den ganzen Tag hören, ohne dass dem Gehör etwas passiert. Wenn Sie aber Musik mit 105 oder 110 Dezibel hören, dann reichen unter Umständen 20 Minuten, um eine bleibende Hörstörung zu verursachen.

Zur Einordnung: Bei einem Gespräch zwischen zwei Menschen bewegen wir uns bei 65 bis 75 Dezibel. 110 Dezibel ist schon eine ganze Menge, das entspricht etwa einem Presslufthammer.

Wenn ich eine sehr hohe Lautstärke habe, kann ich einen bleibenden Hörverlust bereits bei einer sehr geringen Nutzungsdauer erzeugen. Die Grenze liegt bei etwa 85 Dezibel, das entspricht etwa der Lautstärke eines Rasenmähers. Wenn Sie Musik mit 75 Dezibel hören, können Sie den ganzen Tag hören, ohne dass dem Gehör etwas passiert.

Chefarzt Prof. Dr. Dr. Hans-Jürgen Welkoborsky
Was ist bei Kopfhörern zu beachten?

Das Gefährliche bei den Ohrsteckern z. B. ist, dass sie den Gehörgang relativ dicht abschließen. D. h. der Schall kann nur nach einer Seite abgegeben werden, nämlich zum Ohr hin und kann nicht nach außen entweichen. Und das kann schädigend sein.

Ist das bei Noise-Cancelling-Kopfhörern anders?

Die Noise-Cancelling-Kopfhörer sind ganz gut, weil sie nämlich die Nebengeräusche abfiltern. D. h. Sie hören dann nur noch das, was Sie hören wollen. Da gibt es mittlerweile aber auch Studien, die sagen, dass das Gehirn „verkümmert“, wenn man ausschließlich und sehr häufig Noise-Cancelling-Kopfhörer benutzt. Das Gehirn kapriziert sich dann nämlich auf nur noch eine Geräuschquelle und blendet die Nebengeräusche aus – und das verursacht u. U. auditive Verarbeitungsstörungen.

Das ist eine Entwicklung, die aktuell gerade untersucht wird. Hundertprozentig nachgewiesen ist das noch nicht, aber es gibt deutliche Hinweise darauf.

Wie kommt es zu einer Hörstörung?

Einerseits durch mechanische Veränderungen der Hörzellen. Das sind die Haarzellen. Deren Sinneshaare werden z. B. abgeknickt oder die Zellen lösen sich von der Unterlage. Und dann kommt es zu einer metabolischen Entgleisung. Die Hörzellen sind dann überlastet, denn sie brauchen zur Verarbeitung des Lärms mehr Energie, als sie bekommen können. Und das macht eine Vertäubung. Das erholt sich nach einer gewissen Zeit, denn bis zu einem gewissen Punkt ist das reversibel, dann hören Sie wieder normal. Nur wenn Sie das häufig machen, dann bekommen Sie irgendwann einen irreversiblen Schaden. D. h. wenn Sie eine Vertäubung bemerken, dann sollten Sie beim nächsten Mal die Lautstärke reduzieren.

Woran kann ich noch merken, dass ich eine Hörstörung habe?

Wenn Sie einen Tinnitus bemerken, also ein Geräusch im Ohr, das da nicht hingehört, kann das auch ein Zeichen einer Hörschädigung sein. Wenn Sie ein unangenehmes Gefühl in den Ohren bekommen oder beim Hören mit starker Lautstärke tut es weh, sollten Sie unbedingt den Lärm reduzieren.

Aber häufig merken junge Leute es nicht, sie merken es erst, wenn sie eine Hörstörung haben. Es gab schon Initiativen von Fachgesellschaften, die bei den Herstellern von Unterhaltungselektronik angefragt haben, ob man die Lautstärke nicht begrenzen kann, auf z. B. 95 Dezibel. Das geht aber nicht bzw. haben solche Initiativen bisher keinen Erfolg gehabt.

Ab wann sollte man einen Hörtest machen lassen – auch ohne Beschwerden?

Wenn ich z. B. merke, dass ich in irgendeiner Form schlecht höre, z. B. das Richtungshören ist gestört oder Gespräche in der Gruppe sind gestört, d. h. wenn viele Leute in einem Raum sind, kann ich nicht mehr zuordnen, woher der Schall jetzt kommt. Darüber hinaus wenn ich einen Halleffekt habe, wenn ich das Gefühl habe, ich habe eine Vertäubung im Ohr oder ein Geräusch, dann unbedingt zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen und einen Hörtest machen.

Gibt es ab einem bestimmten Alter auch Vorsorgeuntersuchungen?

Ja, wenn ich subjektiv normal höre, raten wir von den Fachgesellschaften ab dem 50. Lebensjahr einmal im Jahr einen Hörtest zu machen.

Wenn er pathologisch ist, kommt es darauf an, ob man z. B. eine Hörhilfe benötigt. Wenn der Hörtest pathologisch, ist aber noch nicht so schwerwiegend, dass eine Hörhilfe benötigt wird, dann Kontrolle des Hörtests ein Jahr später, um zu sehen, wie ist die Bewegung, also nimmt der Hörverlust zu oder bleibt er konstant. Wenn er nicht pathologisch ist, dann Kontrolle zwei Jahre später.

Generell ist es so, dass das Hörvermögen des Menschen im Alter nachlässt. Das ist ein Verschleiß. Davor können Sie sich nicht schützen. Wobei dieser Prozess umso früher und umso schneller einsetzt, je mehr Sie Ihr Ohr dem Lärm ausgesetzt haben.

Herr Professor, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Umfassende Diagnostik und Versorgung

Die HNO-Klinik des KRH Klinikum Nordstadt bietet ein breites Spektrum moderner Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Hals-, Nasen- und Ohrenbereichs an. Dazu gehören unter anderem:

  • Funktionsdiagnostik zur frühzeitigen Erkennung von Hörverlusten
  • Behandlung von Schwindel, Tinnitus, Lärmtrauma und anderen Hör- und Gleichgewichtsstörungen
  • Cochlea-Implantationen und Hörverbesserungs-Operationen
  • Diagnostik und Therapie von Tumoren sowie plastisch-rekonstruktive Eingriffe
  • Kindgerechte Versorgung in Kooperation mit dem Kinderkrankenhaus „Auf der Bult“

„Unsere tägliche Arbeit – von der Funktionsdiagnostik bis zu hochspezialisierten Behandlungen – hilft Menschen jeden Alters, besser zu hören und so aktiv am Leben teilzunehmen“, betont Prof. Welkoborsky. „Gerade bei Kindern und älteren Menschen kann eine frühzeitige Hördiagnostik entscheidend sein.“

Übrigens: Für an HNO-Krankheiten leidende Kinder in der Region Hannover gibt es einen Kooperationsvertrag mit dem Kinderkrankenhaus Auf der Bult. Die einzige hauptamtlich geführte HNO-Abteilung nur für Kinder in der Bundesrepublik steht seit dem 1. Januar 2000 unter Leitung von Prof. Welkoborsky. In enger Zusammenarbeit mit der HNO-Klinik – ein Oberarzt und 3,5 Assistenzärzte sind ständig dort eingesetzt – können dort Kinder in einer kindgerechten Umgebung behandelt und optimal versorgt werden.

  • Diese Seite per Mail verschicken
  • Diese Seite auf Facebook teilen
  • Diese Seite drucken
  • Diese Seite in WhatsApp teilen
  • Diese Seite auf Xing teilen
  • Diese Seite auf LinkedIn teilen

Social Media / Verbinden Sie sich mit Uns

Facebook Instagram Youtube LinkedIn Xing

Standort


  • KRH Klinikum Agnes Karll Laatzen
  • KRH Klinikum Großburgwedel
  • KRH Klinikum Lehrte
  • KRH Klinikum Neustadt a. Rübenberge
  • KRH Klinikum Nordstadt
  • KRH Klinikum Robert Koch Gehrden
  • KRH Klinikum Siloah
  • KRH Psychiatrie Langenhagen
  • KRH Psychiatrie Wunstorf
Logo Aktionsbündnis Patientensicherheit Logo Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ Logo der Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser Logo der Region Hannover
  • Presse
  • Lob & Tadel
  • Sitemap
  • Datenschutz
  • Patientenfürsprecher
  • Impressum
  • Medizinproduktesicherheit
  • Lieferkette

© 2021, Klinikum Region Hannover GmbH