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Einladung zur Verlegung von Stolpersteinen

Dienstag, 3. November 2026

15:15 bis 16:15 Uhr

KRH Psychiatrie Wunstorf
Südstr. 25 (Eingang Hindenburgstr.)
31515 Wunstorf

Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig sind das größte dezentrale KunstDenkmal der Welt. Inzwischen erinnern uns mehr als 120.000 der 96 x 96 mm großen in einen Betonquader gegossenen Messingplatten in ganz Europa an die Opfer des Nationalsozialismus. Erneut kommt der Künstler nach Wunstorf. Er verlegt am Dienstag, den 3. November 2026 im Auftrag des „Arbeitskreis Erinnerungskultur“ und der KRH Psychiatrie Wunstorf bzw. des Fördervereins „PsychiatrieBewegt“ insgesamt 10 Stolpersteine. 

Beginn 14 Uhr in Steinhude (Ottenlock) - Verlegung von 2 Stolpersteinen

15:15 Uhr: Verlegung von 5 Stolpersteinen auf dem Gelände der KRH Psychiatrie Wunstorf

  • Begrüßung: Bastian Flohr (Geschäftsführender Direktor und Pflegedirektor)
  • Einführung: Andreas Tänzer (Vorsitzender „PsychiatrieBewegt“) 
  • Historischer Kontext: Michael von der Haar (ehm. Chefarzt FA Bad Rehburg)
  • Betroffenen-Kontext: Maria Matzel (Vorsitzende Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Nds.) 
  • Lebens- und Krankengeschichten: verlesen von (Schüler:innen angefragt) Martha Kochan – Hannover Linden Otto Speckmann - Deblinghausen/LK Nienburg Musik: Torsten Doll (Saxophon)
  • Verlegung der Stolpersteine: Gunter Demnig (Projekt Stolpersteine, Künstler und Gründer)
  • Abschluss: 16:15 Uhr in Wunstorf (Lange Str. 57) - Verlegung von 3 Stolpersteinen

 

Historischer Hintergrund:

Die KRH Psychiatrie Wunstorf als Psychiatrisches Versorgungskrankenhaus geht historisch zurück auf eine 1880 als Korrektionsanstalt gegründete und 1883 zur Korrektions- und Landarmenanstalt der Provinz Hannover erweiterte Einrichtung. Sie bestand 1930-1941 als Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt, ehe sie 1945 bis 2007 niedersächsische Landeseinrichtung (NLKH) und seitdem Regionsklinik der KRH Psychiatrie Wunstorf wurde. Aus der Anstalt wurden organisatorisch und zeitlich unabhängig nationalsozialistische Tötungsaktionen vorbereitet und durch Deportationen vollzogen. 

Am 27.09.1940 wurden 158 Patienten und Patienten jüdischer Abstammung, die aus ganz West- und Norddeutschland in Wunstorf zusammengefasst worden waren, nach Brandenburg/Havel deportiert und noch am gleichen Tag in der Gaskammer ermordet. Zwischen April und August 1941 wurden insgesamt 212 Patientinnen und Patienten der Wunstorfer Anstalt unter dem Code-Namen „T4-Aktion“ in Zwischenanstalten in Idstein (Taunus), Scheuern (Nassau) und Eichberg (Limburg) deportiert. Ziel war ihre Ermordung innerhalb des zynischerweise „Euthanasie“ (deutsch „guter Tod“) genannten nationalsozialistischen Programms zur „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ von Menschen mit körperlichen, geistigen seelischen Behinderungen. zwei und Viele Opfer wurden in der Gaskammer in Hadamar getötet, andere wurden schlicht vernachlässigt, dem Verhungern preisgegeben oder mit Medikamenten zu Tode gespritzt. Weniger als 20 dieser Opfer haben die Herrschaft der Nationalsozialisten überlebt. 

Gunter Demnig hat bereits 2024 zwei Stolperschwellen auf dem Gelände der KRH Psychiatrie Wunstorf zur Erinnerung an diese beiden Opfergruppen verlegt. Es ist unser Anliegen, den Opfern wieder eine persönliche Geschichte, eine Stimme und ein Gesicht zu geben. Dafür haben wir 8- Lebens- und Patientengeschichten ausgewählt, die für alle diese Opfer stehen sollen. 5 Stolpersteine werden am heutigen Tag, dem 3.November 2026 verlegt, 3 weitere Steine sollen am 8. Mai 2027 folgen.