
Das Team der Tagesklink für Kinder mit den Therapiehunden.
25 Jahre, rund 700 behandelte Kinder und aus der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung nicht mehr weg zu denken: Am 30. September feierte die Tagesklinik für Kinder der KRH Psychiatrie Wunstorf ihr 25-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden, Kolleg*innen aus anderen psychiatrischen Einrichtungen sowie Kooperationspartner*innen wurde zurückgeblickt auf die Anfänge, besondere Herausforderungen und die Entwicklung in den vergangenen Jahren.
Eröffnet wurde die Feier mit Redebeiträgen von Anette Redslob-Hein, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Bastian Flohr, Geschäftsführender Direktor und Pflegedirektor, sowie Stephanie Hamburg, Diplom Psychologin der Tagesklinik. Hamburg begleitet die Tagesklinik von der ersten Idee im Jahr 2000 über die Eröffnung am 1. Mai 2001 bis hin zum 25. Geburtstag. In ihrer Rede gab sie einen Rückblick auf die letzten 25 Jahre. Die Idee hinter der Tagesklinik war von Anfang an klar: Kindern sollte eine intensive psychiatrische Behandlung ermöglicht werden, ohne dass sie dafür dauerhaft aus ihrem vertrauten Umfeld herausgenommen werden müssten. Die Tagesklinik sollte damit eine Lücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung schließen.
2001 wurde dafür das ehemalige Schwesternwohnheim umgebaut. Tagsüber kamen die Kinder zur Behandlung, anschließend kehrten sie in ihr gewohntes soziales Umfeld zurück. Was vor 25 Jahren als neues Versorgungsangebot begann, ist heute ein fester Bestandteil. Im Laufe der Jahre kamen zwei weitere Tageskliniken für ältere Kinder und Jugendliche hinzu.
Heute verfügt die Tagesklink für Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren über neun Behandlungsplätze, die in der Regel mit zehn Kindern belegt sind. Das Behandlungsspektrum reicht von Entwicklungsstörungen und Angststörungen bis hin zu aggressivem Verhalten und anderen psychischen Belastungen. Über den Tag verteilt, erhalten die Kinder verschiedene Therapieangebote, die auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden.
Eine besonders prägende Phase in der Geschichte der Tagesklinik war die Corona-Pandemie. Da in dieser Zeit nur stationäre Behandlungen möglich waren, musste die Tagesklinik schließen. Für die Mitarbeitenden stellte sich damit die Herausforderung, den Kontakt zu den Kindern und Familien trotzdem aufrechtzuerhalten. Das gelang ihnen erst über regelmäßige Telefonate und später auch mit Videotelefonie. Gleichzeitig veränderte sich während und nach der Pandemie auch das Spektrum der Krankheitsbilder. Psychosomatische Beschwerden, ein hoher Medienkonsum und Trennungsängste spielen zunehmend eine Rolle.
Aktuell stellt insbesondere die Behandlung von Kindergartenkindern die Tagesklinik vor neue Herausforderungen. Für diese Altersgruppe sind teilweise andere Betreuungs- und Behandlungskonzepte notwendig. Daraus ergibt sich einen Blick in die Zukunft: Könnte eine Eltern-Kind-Einrichtung ein sinnvoller nächster Schritt sein? Die Frage zeigt, dass der 25. Geburtstag der Tagesklinik auch Gelegenheit bietet, darüber nachzudenken, welche Angebote Kinder und Familien künftig brauchen.
Den offiziellen Teil der Feier beendeten Stephanie Hamburg und ihr Ehemann Fritz mit einer musikalischen Darbietung des Stücks „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay.
Danach öffneten sich die Türen der Tagesklinik für alle Gäste. Es gab Gelegenheit für persönliche Gespräche, Informationen und Einblicke in die Arbeit der Einrichtung. Wer noch mehr erfahren wollte, konnte an Führungen durch die Räumlichkeiten der unterschiedlichen Tageskliniken teilnehmen.
Bei bestem Wetter wurde so nicht nur ein Vierteljahrhundert Tagesklinik für Kinder gefeiert, sondern auch diejenigen, die das Entstehen und die Entwicklung möglich machten: die engagierten Mitarbeitenden und ihre gute Zusammenarbeit.




