
Taissir Niehus (l.), QS-Sepsis-Koordinatorin und Hilde van der Velde, Qualitätsmanagementbeauftragte am KRH Klinikum Robert Koch Gehrden zusammen am Welt-Sepsis-Tag.
Am KRH Klinikum Robert Koch Gehrden nutzte man in der letzten Woche zwei internationale Aktionstage, um über Patientensicherheit und Sepsis aufzuklären. Zum Welttag der Patientensicherheit am 17. September verteilten Hilde van der Velde und Kolleg*innen Flyer zur sicheren Medikation. Bereits am 14. September, einen Tag nach dem Welt-Sepsis-Tag, informierte Taissir Niehus an einem Infostand über die Gefahren einer Sepsis.
Im Interview erzählt Hilde van der Velde, wie sie die Aktionstage erlebt hat.
Nehmen die Besucher*innen das Angebot wahr und wie ist das Feedback?
Das Angebot für die Besucher*innen besteht daraus, dass wir an dem Tag Informationsmaterial, das wir beim Aktionsbündnis Patientensicherheit bestellen, unter den stationären Patient*innen verteilen. Dieses Mal haben wir die Woche mit dem Welt-Sepsis-Tag kombiniert, weswegen wir die Materialien zusätzlich beim Aktionsstand für Interessierte zum Mitnehmen angeboten haben. Die stationären Patient*innen freuen sich in den meisten Fällen über das Infomaterial und beschäftigen sich auch damit. Es ist immer eine gelungene Unterbrechung des Alltags.
Seit wann beteiligt sich das KRH Klinikum RK Gehrden am Welttag der Patientensicherheit und warum?
In 2022 haben wir das erste Mal aktiv mitgemacht. Das Thema Patientensicherheit ist uns sehr wichtig und dieser Tag bietet uns eine Möglichkeit, das Thema gezielt zu betonen. Dabei schauen wir immer: Passt das jährliche Motto zu uns. Dieses Mal ist es das Thema „Chronische Krankheiten“. Obwohl dieses Thema nicht zu unseren primären Versorgungsschwerpunkten zählt, haben wir uns bewusst für eine Beteiligung entschieden, da Patientensicherheit für uns unabhängig vom Krankheitsbild von großer Bedeutung ist.
Auch Taissir Niehus, QS-Sepsis-Koordinatorin und Organisatorin der Aktionen zum Welt-Sepsis-Tag, berichtet im Interview, wie interessiert Patient*innen und Besucher*innen ihren Infostand angenommen haben:
Wie zufrieden bist du mit der Aktion zum Welt-Sepsis-Tag? Wie war das Interesse der Teilnehmenden?
Zunächst möchte ich sagen, dass ich sehr dankbar bin, dass unsere Pflege-Auszubildenden und Praxisanleitenden das Thema Sepsis noch einmal intensiv aufgearbeitet haben. Dadurch konnten sie nicht nur mich an diesem Tag unterstützen, sondern auch ihr eigenes Wissen rund um das Thema Sepsis vertiefen. Ebenso dankbar bin ich für das Interesse unsere Patient*innen sowie deren Angehörigen.
Diese Zusammenarbeit bei einem so bedeutenden Gesundheitsthema war wirklich schön.
Ab dem Mittag konnten wir mit vielen Patient*innen und Angehörigen ins Gespräch kommen. Dabei entstanden zahlreiche informative und wertvolle Dialoge, durch die wir viele Menschen über Sepsis, ihre Warnzeichen und die Bedeutung einer frühzeitigen Behandlung aufklären konnten. Insgesamt bin ich mit der Aktion zum Welt-Sepsis-Tag sehr zufrieden.
Warum ist es für ein Krankenhaus wichtig, Patient*innen und Besucher*innen über Sepsis zu informieren?
Sepsis ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der oft erst zu spät erkannt wird. Durch Aufklärung können Warnzeichen früh erkannt, schneller medizinische Hilfe gesucht und dadurch schwere Komplikationen sowie Todesfälle verhindert werden. Zudem fördert Information das Bewusstsein für Infektionsprävention und Patientensicherheit.
Was macht eigentlich eine QS-Sepsis-Koordinatorin?
Mit dem Inkrafttreten des G-BA-Beschlusses zum Verfahren „Diagnostik und Therapie der Sepsis (QS-Sepsis)” stehen Krankenhäuser vor neuen Anforderungen. Neben der fallbezogenen Dokumentation aller gesetzlich versicherten Patient*innen ab 18 Jahren mit Sepsis müssen auch verschiedene einrichtungsbezogene Qualitätsvorgaben erfüllt werden. Dazu gehören unter anderem Schulungen, Audits und Visiten, deren Durchführung und Teilnahme nachvollziehbar dokumentiert werden müssen. Zudem sind vorgegebene Quoten einzuhalten. Meine Aufgabe ist es, diese Prozesse zu koordinieren, die Umsetzung sicherzustellen und die Einhaltung der Anforderungen zu überwachen.