
Freuen sich über die Rezertifizierung: Dr. Hans Peter Lorenzen (l.), Dr. Ute Tidow und Gerd Thomas Oehlert.
Die bei chronischem „terminalen“ Nierenversagen lebensnotwendige Dialysebehandlung erfordert die Reinigung einer großen Menge Blut – beispielsweise 72 Liter während einer Standarddialyse. Um an dieses Blut zu kommen, sind „Dialysezugänge“ notwendig. Diese werden unterschieden in chirurgisch angelegte Fisteln zwischen Arterie und oberflächlicher Vene – sogenannten Shunts – und bis in den rechten Vorhof vorgeschobene Kunststoffkathetern.
Vor dem Hintergrund einer stetig wachsenden Anzahl von Dialysepatientinnen und Dialysepatienten – aktuell sind es in Deutschland ca. 100 000 Betroffene – mit dem begleitend hohen Bedarf an Erstanlagen und Korrekturen von Gefäßzugängen zur Hämodialyse sowie der zunehmenden Häufigkeit von Begleiterkrankungen der Betroffenen wurde vor zehn Jahren die Möglichkeit zur Zertifizierung interdisziplinärer Zentren für Dialysezugänge geschaffen. Ziel der beteiligten Fachgesellschaften für Nephrologie, Gefäßchirurgie, Angiologie und Radiologie ist es, möglichst wohnortnah flächendeckend die Schaffung von optimalen Gefäßzuggängen – und gleichzeitig auch die Behandlung von Komplikationen auf hohem fachlichem Niveau und rund um die Uhr zu gewährleisten. Großen Wert wird bei der Zertifizierung solcher Zentren auf die interdisziplinäre Denkweise und fachübergreifendes Handeln gelegt.
Auch am KRH Klinikum Siloah liegt seit langem ein Behandlungsschwerpunkt auf der Schaffung von Dialysezugängen. Das hiesige Shunt-Referenzzentrum wurde am 21. Mai 2026 erneut erfolgreich rezertifiziert. Im Rahmen des Audits bestätigten die unabhängigen Fachgutachter die herausragende Qualität der medizinischen Versorgung sowie das außergewöhnliche Engagement der Oberärztin und Zentrumsleiterin Dr. Ute Tidow, das besonders positiv hervorgehoben wurde.
Die Gutachter betonten, dass das Zentrum zu den führenden Referenzstandorten im deutschsprachigen Raum zählt und auch im Vergleich zu anderen großen Referenzzentren besonders leistungsstark sei. Besonders gewürdigt wurden die exzellente interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Hans-Gerd Fieguth mit einem Schwerpunkt Shuntchirurgie, der interventionellen Radiologie mit dem Schwerpunkt für Shunt-Interventionen mit ambulanter Kassenzulassung durch Gerd Thomas Oehlert, der Abteilung für Angiologie unter der Leitung von Dr. Hans Peter Lorenzen, Oberarzt und stellvertretender Leiter des Shuntzentrums, mit dem Schwerpunkt der Diagnostik von Dialysezugängen sowie der Klinik für Nephrologie, geleitet von Prof. Dr. Jan Jakob Menne mit der angeschlossenen Dialyseeinheit im Hause, geleitet von Emal Fakhri.