
Sehen die Entwicklung des KRH Klinikum Großburgwedel auf einem sehr guten Weg (v. l.): Anne Gottselig (Pflegedirektorin), Nora Nitschke, die als Projektleiterin aus dem KRH-Bereich Bau und Technik verantwortlich zeichnet, Dr. Matthias Bracht (Geschäftsführer Medizin), Barbara Schulte (Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur), Dr. Georgia Borttscheller (Geschäftsführerin Personal) und PD Dr. Tim Kaufeld (geschäftsführender kaufmännischer und ärztlicher Direktor) vor dem inneren Zugang zu den neuen Räumlichkeiten der Klinik für Akutgeriatrie.
Die Weiterentwicklung des Klinikums Großburgwedel schrittweise zu einem Schwerpunktversorger ist eines der zentralen Entwicklungsprojekte der Medizinstrategie 2030. Dazu werden die bestehenden Versorgungsangebote Schritt für Schritt bereits vor Erstellung des Neubaus ergänzt. Dieses Angebot soll für die Patientinnen und Patienten nicht erst im Neubau zur Verfügung stehen. Deshalb investiert das KRH bereits jetzt gezielt in den Ausbau und die Stärkung des Standorts Großburgwedel und hat in einem stufenweisen Umzug Kliniken der Inneren Medizin aus Lehrte am Standort zusammengeführt. Dadurch ist die langfristige Versorgung von Patientinnen und Patienten im Osten von Hannover gesichert.
Nach umfangreichen Um- und Anbauten sind das neue Herzkatheterlabor, der MRT-Anbau und modulare Erweiterungsbau der Klinik für Geriatrie in den Regelbetrieb übergegangen. Mit dem jetzt vollzogenen Umzug der Fachbereiche Schmerztherapie und Geriatrie aus Lehrte, dem neuen HKL und dem neuen MRT werden die Behandlungsmöglichkeiten am Standort Großburgwedel deutlich erweitert und in Richtung eines Schwerpunktversorgers entwickelt.
Für Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Region Hannover gibt es ein deutlich erweitertes Versorgungsangebot, das schrittweise in Betrieb genommen wird: So ist das neue Herzkatheterlabor der Klinik für Kardiologie nach der Inbetriebnahme jetzt werktags von 8 bis 15 Uhr ans Ivena-System angeschlossen, d. h. es hat mit der akuten Herzinfarktversorgung begonnen. In 2027 soll die Versorgung auf einen 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen pro Woche ausgeweitet werden.
Das HKL ermöglicht eine hoch qualifizierte Diagnostik und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen direkt vor Ort. Besonders bei akuten Herzinfarkten verkürzt sich die Zeit bis zur lebensrettenden Intervention deutlich.
Patientinnen und Patienten können auch per Einweisung durch ihren Hausarzt oder Kardiologen einen Termin bekommen. Dies geschieht beispielsweise nach auffälligen Belastungstests, Herzultraschallbefunden oder anhaltenden Beschwerden. Auch wenn Brustschmerzen auftreten, verengte Herzkranzgefäße vermutet werden oder Herzklappen- bzw. Herzrhythmusstörungen abgeklärt werden müssen, ist das HKL mit Chefarzt Dr. Thomas Gerding die richtige Anlaufstelle.
Die neu geschaffene Raumgruppe im Bestandsgebäude umfasst rund 160 Quadratmeter Bruttofläche. Dazu gehören Vorbereitungsräume, Schaltraum, Schleuse, Lager-, Umkleide- und Technikräume. Die Nettofläche des Katheterraums umfasst 42 Quadratmeter.
Mit einem neuen Magnetresonanztomografen (MRT) erweitert das KRH Institut für Radiologie am Standort Großburgwedel sein diagnostisches Leistungsspektrum. Das neue Gerät deckt nahezu das gesamte Spektrum der MRT-Diagnostik ab und stärkt damit die radiologische Versorgung der Patientinnen und Patienten und erweitert dadurch die Behandlungsmöglichkeiten des gesamten Klinikums.
Die standortübergreifende Institutsstruktur ermöglicht es, fachliche Kompetenz zu bündeln und Behandlungen nach einheitlichen Qualitätsstandards anzubieten. Durch die enge Vernetzung der Standorte, ergänzt durch telemedizinische Konsile und Fallbesprechungen, profitieren Patientinnen und Patienten von einem schnellen Zugang zu spezialisierter Expertise und einer abgestimmten Versorgung. „Der Standort arbeitet eng mit den anderen KRH-Kliniken zusammen und gewährleistet durch die Vernetzung einen radiologischen 24-Stunden-Service auf Facharztniveau“, betont der geschäftsführende Oberarzt Dr. Manuel Lehm.
Für das MRT-Containermodul wurden rund drei Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt. Es wurde samt implementierter Medizintechnik als fertiges Raummodul gefertigt und angeliefert. Lediglich die Anbindung zum Bestandsgebäude und die notwendigen zusätzlichen Räume im Bestand wurden in konventioneller Bauweise erstellt.
Nach einer kurzen Bauzeit von nur acht Monaten hat die Klinik für Geriatrie ihre neuen Räumlichkeiten am KRH Klinikum Großburgwedel bezogen. Die Einbindung der Geriatrie in ein leistungsfähiges Krankenhaus entspricht den Zielen der KRH-Medizinstrategie und den Anforderungen der Krankenhausreform und ihrer Leistungsgruppen, die eine stärkere Vernetzung der Geriatrie mit anderen Fachbereichen fördern. Gerade ältere Patientinnen und Patienten mit mehreren gleichzeitig bestehenden Erkrankungen profitieren von dieser engen Verzahnung der unmittelbaren Verfügbarkeit. Dies stärkt die Versorgungsqualität und ermöglicht eine noch besser auf komplexe Krankheitsbilder abgestimmte Medizin. Dies gilt auch für das nun an den Standort verlagerte spezialisierte Angebot der Klinik für Spezielle Schmerztherapie. Die überregional hoch anerkannte Abteilung ergänzt die vorhandenen Versorgungsangebote ideal.
Mit dem modernen, hellen und lichtdurchfluteten Erweiterungsbau ist ein Umfeld entstanden, das speziell auf die Bedürfnisse älterer Patientinnen und Patienten zugeschnitten ist. Viel Tageslicht und eine freundliche Gestaltung schaffen eine angenehme Atmosphäre und unterstützen Orientierung, Wohlbefinden und Genesung. Zugleich erfüllt der Neubau die besonderen Anforderungen an eine moderne geriatrische Versorgung.
Der Neubau mit 38 Betten für geriatrische Patientinnen und Patienten auf einer Fläche von etwa 1000 Quadratmetern ist direkt an das Bestandsgebäude angebunden. Damit entsteht nicht nur zusätzliche moderne Fläche für die stationäre Versorgung. Die unmittelbare bauliche Verbindung ermöglicht auch kurze Wege zu Diagnostik, Therapie und den weiteren Fachkliniken und schafft beste Voraussetzungen für eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Möglich wurde die außergewöhnlich kurze Bauzeit durch die modulare Bauweise. Die zwölf jeweils vier Meter breiten und 18 Meter langen Raummodule wurden zu großen Teilen industriell vorgefertigt und anschließend vor Ort zum neuen Gebäude zusammengefügt. Weil wesentliche Arbeiten parallel zur Vorbereitung der Baustelle erfolgen können, lassen sich Klinikgebäude auf diese Weise deutlich schneller realisieren als bei einer ausschließlich konventionellen Bauweise.
Zukunftsweisende Investitionen
Der neue Geriatrie-Standort stärkt die medizinische Ausrichtung des KRH Klinikum Großburgwedel insgesamt. Gemeinsam mit der Klinik für Kardiologie und der Klinik für Gastroenterologie bildet die Klinik für Geriatrie das neu entstandene Zentrum für Innere Medizin am Standort. Für Patientinnen und Patienten steht zudem die Klinik für Spezielle Schmerztherapie zur Verfügung.
Auch das zahlt auf die Ziele der KRH Medizinstrategie 2030 ein, den Klinikverbund Schwerpunkt- und Zentrenbildung fit für die Zukunft zu machen – und auf die Voraussetzungen des Krankenhaus-Versorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG), das als Teil der Krankenhausreform ab dem 1. Januar 2027 wirksam werden.
Das Zentrum schafft die organisatorische Grundlage für eine ganzheitliche internistische Versorgung, von der die Patientinnen und Patienten profitieren: Es ermöglicht eine schnellere Diagnostik und Therapie und verbessert die Behandlung komplexer Fälle. Personelle Ressourcen können besser gebündelt werden, die Abstimmungen in interdisziplinären Teams werden erleichtert. Das entspricht genau der Logik der Krankenhausreform: mehr Zusammenarbeit, mehr Spezialisierung und eine noch höhere Behandlungsqualität.
„Der Ausbau schafft die Voraussetzung dafür, dass künftig in allen Fachgebieten noch komplexere Krankheitsbilder in Großburgwedel behandelt werden können. Entsprechung unserer Medizinstrategie erhält der Standort damit eine herausgehobene Versorgungsrolle und entwickelt sich wie geplant zum Schwerpunktversorger“, sagt Dr. Matthias Bracht, KRH Geschäftsführer Medizin.
„Wir zeigen mit diesem Projekt, dass Modulbau im Krankenhaus heute weit mehr bedeutet als eine kurzfristige Übergangslösung. In nur acht Monaten ist ein hochwertiges, modernes Klinikgebäude entstanden, das medizinische Qualität, eine angenehme Atmosphäre für die Patientinnen und Patienten und wirtschaftliches Bauen miteinander verbindet“, erläutert Barbara Schulte, KRH Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur. „Bis zur Errichtung des kompletten Neubaus für das KRH Klinikum Großburgwedel ist diese Bauweise für uns die effizienteste Möglichkeit, schon heute moderne Versorgungsstrukturen zu schaffen und wesentliche Schritte der Medizinstrategie 2030 umzusetzen. Damit investieren wir ganz konkret in eine zukunftsfähige medizinische Versorgung der Menschen in der Region.“
„Sowohl mit den erweiterten medizinischen Versorgungsangeboten als auch mit den modernen geschaffenen Räumlichkeiten zahlen wir zudem direkt auf die Attraktivität des Standorts Großburgwedel im Besonderen als auch des KRH im Allgemeinen als großer Arbeitgeber in der Region Hannover ein“, sagt Dr. Georgia Borttscheller, KRH Geschäftsführerin Personal. Sie ergänzt: „Wir wissen, dass die Zeit des Neubaus für unsere Mitarbeitenden durchaus belastend gewesen ist und zu Lärm und räumlichen Zwischenlösungen geführt hat. Insofern bedanken wir uns sehr, dass die Bauphase gemeinsam gut gestaltet wurde.“
„Mit diesen Investitionen stärken wir die diagnostischen Möglichkeiten vor Ort deutlich und verbessern die Versorgung für Patientinnen und Patienten spürbar“, sagt PD Dr. K. Tim Kaufeld, geschäftsführender Kaufmännischer und ärztlicher Direktor.